Das Gesicht ist Politik. Zur Sehmaschine im digitalen Milieu

02.05.2018 | Edith Futscher Universität für angewandte Kunst Wien | Ohne Profil: Kopf und Figur bei Bruno Gironcoli

16.05.2018 | Angela Harutyunyan Department of Fine Arts and Art History, American University of Beirut | Social Realism and the Communist Ideal: The Human as a Subject of History

06.06.2018 | Marian Füssel Georg-August-Universität Göttingen | Die Kunst der Schwachen. Erkundungen zur politischen Anthropologie des „everybody“ mit Michel de Certeau

20.06.2018 | Katharina D. Martin | AKI ArtEZ Academy for Art and Design Enschede | Das Gesicht ist Politik. Zur Sehmaschine im digitalen Milieu

https://www.aau.at/forschung/forschungsprofil/forschungsschwerpunkte/visuelle-kultur/

20.06.2018 um 17.00 | Vortrag von Katharina D. Martin an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt im Rahmen der Vortragsreihe: Blick-Kontakt. Portraits und Profile in einer mediatisierten Welt

In der Vortragsreihe werden aktuelle Forschungspositionen zu Kunstgeschichte und Bildwissenschaften vorgestellt. Methodologische und empirische Studien beschäftigen sich mit figurativen Darstellungen des Gesichts, des Körpers und von menschlichen Gesten in der Moderne und Postmoderne sowie mit der Funktion der menschlichen Figur in Diskursen der Humanwissenschaften. Es geht in den Präsentationen also um den Einsatz von Bildern, die so kalkuliert sind, dass sie zu uns zurückblicken und wie sich dies in zeitgenössischen, mediatisierten Gesellschaften verändert.

In ihrem Vortrag befasst sich Katharina D. Martin mit der politischen Dimension von Gesicht als Muster signifikanter Einschreibung. Gilles Deleuzes und Félix Guattaris Konzept der Gesichtsmaschine wird mit Paul Virilios Begriff der Sehmaschine zusammengeführt und im Hinblick auf Technologien automatischer Gesichtserkennung durchdacht. Dabei deutet Martin den digitalen Seh- bzw. Erkenntnisraum als ein semipermeables Milieu, das kreativ unterlaufen werden kann. Als Vorbild dient das Projekt CV Dazzle des Künstlers Adam Harvey. Seine Camouflage Entwürfe zerstören die Gestalt des Gesichts, welches auf diese Weise dem Computer Vision Algorithmus entgeht. Problematisiert werden soll das Zusammenwirken von digitaler Optik, visueller Wahrnehmung und dem Prinzip des Erkennens als semantische Einordnung.